Roundtable I

Fokum Evening Lecture  Wintersemester 2025/2026

ROUNDTABLE I ZU KUNSTMARKTDATEN // TU Berlin-Zoom

Die Notwendigkeit evidenzbasierter Preisdaten – aber woher nehmen?

Auf dem Podium:

  • Marek Claassen, M.A., Berlin
  • Dr. Maria Effinger, Heidelberg
  • Prof. Dr. Christian Fuhrmeister, München
  • Dr. Johannes Nathan, Potsdam

Moderation:

  • Dr. Dorothee Wimmer, Berlin

Datum: 9. Februar 2026, 18:15-19:45 MEZ 
TU Berlin Zoom-Link: https://tu-berlin.zoom-x.de/j/66091610379?pwd=reR56lctfjM2ApleTYMTrx0WaFGNEU.1

© Forum Kunst und Markt / Centre for Art Market Studies 2026.

++Title, abstract and CV are always written in the respective language of presentation.++

Abstract: Ziel dieses neuen Formates der digitalen Fokum-Roundtables ist es, Themen von hoher Aktualität und transdisziplinärer Komplexität im Austausch mit Expert:innen aus Theorie und Praxis so vielschichtig wie möglich zu durchleuchten, um den Status Quo und auf dieser Faktenbasis zukünftige Perspektiven zu eruieren. Beim Thema des ersten Roundtables „Die Notwendigkeit evidenzbasierter Preisdaten – aber woher nehmen?“ geht es um ein kunsthistorisches Tabuthema – in den Kunstwissenschaften wird zumeist weder über Preise geforscht noch Preiswissen  gelehrt – und zugleich um ein notwendiges Praxiswissen: In fast jedem Berufsfeld in Nachfolge dieses Studiums ist ein Kunstpreiswissen erforderlich. Die Teilnehmer:innen des Roundtables diskutieren daher – nach kurzen einführenden Statements aus ihren unterschiedlichen beruflichen Blickwinkeln – zum Status Quo des Bestandes an Kunstpreisquellen, zum berufspraktischen Umgang mit Preisdaten von Kunstwerken sowie zu den inter/disziplinären Herausforderungen bei ihrer Generierung und Verknüpfung in Datenbankenprojekten.

Marek Claassen ist zusammen mit Stine Albertsen Geschäftsführer von ArtFacts, einer führenden Archiv- und Analyseseite für zeitgenössische Kunst, die er 2001 mitbegründet hat. Mit einem Wissenshintergrund in Betriebswirtschaft und langjähriger Erfahrung in der Zusammenarbeit mit verschiedenen Galerien und Softwareunternehmen produziert Claassen zudem seit 1995 aktiv datenbankgestützte Websites für die Kunstwelt. Er hat zahlreiche Preise für seine Internetaktivitäten gewonnen, wurde 1998 von der EU-Kommission als einer der führenden Multimedia-Unternehmer Europas nominiert und hält Vorträge bei Talking Galleries, Christie’s Education und INSEAD. Im Jahr 2004 entwickelte Claassen das „Artist Ranking“ auf ArtFacts.Net, mit dem die Produktivität und der Erfolg von Künstler:innen weltweit gemessen und verglichen werden kann. Claassen ist zudem Mitbegründer von Limna, dem KI-gestützten Kunstberater für die Hosentasche, der im Sommer 2021 als mobile App gestartet ist.

Maria Effinger schloss ihr Studium der Klassischen Archäologie, Kunstgeschichte und Alten Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br. 1995 mit einer Dissertation zum „Minoischen Schmuck“ an der Universität Freiburg i. Br. ab, absolvierte im Anschluss ein Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst in Frankfurt a. M. und ist seit 1998 Wissenschaftliche Bibliothekarin an der Universitätsbibliothek Heidelberg. Sie ist dort u.a. Fachreferentin für Kunstgeschichte, Leiterin der Abteilung Publikationsdienste, Kulturelles Erbe und Digital Humanities, Geschäftsführerin des Heidelberger Universitätsverlags „Heidelberg University Publishing (heiUP), Open Access-Beauftragte der Universität sowie CoSpokesperson von NFDI4Culture. Zu ihren Projekten gehören u.a. der DFG-geförderte Fachinformationsdienst arthistoricum.net und dort vor allem eine nachhaltige Infrastruktur für elektronisches Publizieren im Open Access. Weitere wichtige Arbeitsschwerpunkte sind im Kontext zahlreicher Editions- und Digitalisierungsprojekte der Aufbau des Portals „German Sales“ und der „Heidelberg Accession Index (HAI)„.

Christian Fuhrmeister studierte nach einer Lehre als Steinmetz Anglistik, Kunst und Kunstgeschichte an den Universitäten in Oldenburg, Hamburg und Towson/Baltimore. Von 1994 bis 1997 arbeitete er am Graduiertenkolleg „Politische Ikonographie“ an der Universität Hamburg, wo er 1998 zu „Beton, Klinker, Granit: die politische Bedeutung des Materials von Denkmälern in der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus“ promovierte. Nach Lehraufträgen in Oldenburg, Bielefeld und Braunschweig absolvierte er von 2000 bis 2002 ein Volontariat am Sprengel Museum Hannover. 2002 bis 2003 leitete er die Geschäftsstelle des Departments Kunstwissenschaften der Ludwig-Maximilians-Universität München, an der er 2013 mit einer Schrift zum Kunstschutz in Italien 1936–1963 habilitiert wurde. Seit 2003 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentralinstitut für Kunstgeschichte in München, seit 2020 zudem apl. Professor an der LMU München. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Kunst und Kunstgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus,  der NS-Kunstraub, Restitution nach 1945 sowie Kunstschutz im Zweiten Weltkrieg.

Johannes Nathan ist Kunsthändler und Kunsthistoriker. Er studierte Kunstgeschichte an der New York University und am Courtauld Institute of Art in London, wo er 1995 mit einer Dissertation zu den Arbeitsmethoden Leonardo da Vincis promoviert wurde. Von 1996 bis 2001 war er Oberassistent am Institut für Kunstgeschichte der Universität Bern und dort von 2000 bis 2003 zusammen mit Oskar Bätschmann Leiter des artcampus-Projekts. Seit 2001 ist er Geschäftsführer der Nathan Fine Art (bis 2005 Galerie Nathan) in Zürich und Potsdam. Er lehrte an Universitäten in Europa und USA (Bern, Zürich, Leipzig, Lissabon, Köln, TU Berlin, NYU), war Founding Chair / Co-Chair der International Art Market Studies Association (2016-2022) und Vorsitzender der Max Liebermann Gesellschaft (2021-2024). Seit März 2022 ist er Mitglied der Steuerungsgruppe des Ukraine Art Aid Centers, seit dessen Eintragung als gemeinnütziger Verein (2024) ist er auch dessen Vorsitzender. Seine Forschungsschwerpunkte sind künstlerische Arbeitsmethoden in der italienischen Renaissance sowie die Geschichte des Kunstmarkts. Er ist Herausgeber des im Juli 2025 vollendeten Nachschlagewerks „Bloomsbury Art Markets“, eine Datenbank zum Akteurinnen und Akteuren des Kunstmarkt in Europa und Nordamerika seit 1900 mit rund 4000 Einträgen zu Galerien, Auktionshäusern und Kunstmessen.

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